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AT: Gründung Internetrat sorgt für Verwirrung in der heimischen Netzszene

mk | 4. Juni 2009

hammerundrechtWien. Seit gestern macht im Netz die Gründung eines österreichischen Internetrates von sich reden. Vollmundig im off: “Online-Ethik, Freiwillige Selbstzensur und Verweiswesen”. Dabei stösst vorallem das Wording Selbstzensur auf Unmut und man mutmasst eine Satireseite. Nichts genaues weiss man. Am Tag 2 der Webseite bekam die WordPress-Installation nicht nur Inhalt sondern auch Form. Es stellt sich ein wenig Seriösität zumindest optisch ein. Der Hinweis der Verein in Gründung verweisst zumindest einen Antrag bei der Vereinspolizei. Es wird sich weisen ob dies auch ohne Probleme von der Behörde abgesegnet wird.

Gerade unter Bürgerrechtlern stellt sich die Frage ob man so ein Gremium braucht und was befähigt jemand sich im voreilenden Gehorsam ein zahnloses Gremium zu gründen das über andere Bewertungen abgeben wird. Um sich damit über die Netzwelt der anderen zu stellen.

Normalerweise gibt es Berufsverbände die solche Gremien ins Leben rufen und die haben dann auch die nötige Reputation die es braucht um ernst genommen zu werden.

Es wird sich zeigen ob die Nagelprobe gelingen kann in der Zukunft seriös von sich Reden zu machen oder es war nur ein Gag um einen Aufreger in der österreichischen Bloggosphäre zu haben. Schliesslich ist der Aktionismus eines bloggenden Doppelgängers Hans Dichands auch schon ein Weilchen her.

Zumindest kennt man einen Blogger der für Datenschmutz bekannt ist und eher positiv von sich Reden machte u. in seinen Artikeln einige Fans für sich gewinnen konnte. Dennoch schützt erfolgreiche Präsenz im Netz vor Torheit nicht.

Zumindest gebührende Skepsis ist in Österreich nichts aussergewöhnliches. Neugründungen wie der Roundtable der Nic.at, Domainbeirat oder der Registrarverband haben in der Vergangheit die Gemüter der heimischen Netzwelt bemüht. Von manch einer Gründung ist heute nichts mehr im Netz zu finden. Das Netz hat zwar ein langes Gedächtnis. Aber für Nachhaltigkeit muss schon der Mensch dahinter sorgen. Genau das werden wir sehen ob dies ein Internetrat auch leisten kann.

link: Internetrat und deren üblichen Verdächtigen ;-)

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